Montag, 14. März 2011

Twitter begann als firmen-interner Kommunikationsdienst in den USA und hat inzwischen nicht nur fast alle Länder dieser Welt, sondern auch die meisten Medien erobert. Mobile Geräte, wie Handys, Smartphones und Tablets erlauben ihren Nutzern, fast immer und überall vernetzt zu sein und somit die Welt der Medien stets bei sich zu haben.

Dadurch eröffnen sich auch für anderweitig bereits etablierte Medien und Unternehmen ganz neue Möglichkeiten, mit Zuschauern, Zuhörern, Kunden und Lesern in Kontakt zu treten und in Kontakt zu bleiben.

In den USA ist es bereits seit geraumer Zeit Gang und Gebe, sich seine tägliche Portion an Informationen per mobilem Gerät unterwegs, beim Mittag oder einer Tasse Kaffee zu Gemüte zu führen. Artikel können gelesen und Bilder und Videostreams problemlos angesehen werden. Diese erweiterten Möglichkeiten inspirieren wiederum die Kreativität der Medienwelt.

Twitter spielt in diesem Zusammenhang eine ganz entscheidende Rolle. Plötzlich werden Grenzen unsichtbar, die zuvor noch Politiker von ihren Wählern, Stars von ihren Fans, Unternehmen von ihren Kunden, Fernseh- und Radiosender von ihren Zuschauern und Zuhörern und Verlage und Autoren von ihren Lesern getrennt haben.

Auch in Deutschland wird man sich dieses Potentials in der Nachrichten- und Unterhaltungswelt immer bewusster, wie unter anderem der Sender ZDF in seiner Serie "Vince Flemming" zeigt, in welcher der Protagonist Vince Flemming zum einen ein fiktiver Charakter der Fernsehserie ist, zum anderen unter dem Namen @VinceFlemming aber auch "live" twittert.



Der Zuschauer kann den Charakter daher auf verschiedenen Ebenen erleben und so auch ausserhalb des Fernsehbildschirms bei ihm bleiben. Einer der wichtigsten Komponenten dieser Herangehensweise ist jedoch die Tatsache, dass der Protagonist mit den Zuschauern in einen Dialog tritt. Er macht einen kleinen Schritt in die reale Welt, in die Welt der Zuschauer, indem er als Figur Flemming auf Fragen und Kommentare eingeht. Twitter ermöglicht hier die Überschreitung einer medialen Grenze.



Es ist genau diese Grenzüberschreitung, die Twitter sowohl für die Medien als auch für die Medienkonsumenten so interessant macht. Sie ermöglicht einen gegenseitigen Austausch, der so vorher nicht existiert hat und von dem beide Seiten profitieren.

Eine weitere Herangehensweise, die jedoch ebenfalls beispielhaft für eine kreative Nutzung des Twitter Dienstes ist, wurde auf der CeBIT 2011 angewandt. Das Unternehmen Navigon entwickelte ein Gewinnspiel der modernen Art. Es ließ einen "Spion" auf der Messe umherlaufen, der über das Hashtag #CeBITspy eifrig twitterte, wo er sich gerade befand. CeBIT Besucher, die ebenfalls einen Twitter Account hatten, konnten seinen Standort unter diesem Hashtag verfolgen. Wer den twitternden Spion tatsächlich fand, gewann ein Navigationssystem der Firma Navigon.



Twitter eröffnet Menschen neue Wege, miteinander in Kontakt zu treten. Wir beobachten weiter, was sich bei uns in Deutschland tut und berichten bald wieder unter "Twitter kreativ genutzt". Bleibt gespannt!